Gemmotherapie - DIY Knospenmazerat

Veröffentlicht am 23. März 2021 um 14:59

Herstellung eines Knospen-Mazerates (Gemmotherapie):

Was ist überhaupt die „Gemmotherapie“? Sie ist eine neue Form der Baumheilkunde.

Gemma = Auge / Knospe (lat.)

Der Arzt Dr. Henry Pol gilt als Begründer der Gemmotherapie nach der „Pharmacopeia francaise“.

In der Gemmotherapie wird das Kostbarste und Lebendigste der Pflanze verwendet: die Knospen und Pflanzengewebe, die sich in hoher Zellteilungsaktivität befinden - also ihr Lebensplan. Der Zyklus einer Knospe verbindet Herbst, Winter, Frühling und Sommer und lässt den Menschen am Jahreskreis teilnehmen.

Das Embryonalgewebe der Knospen enthält:

  • Mineralstoffe
  • Phytoproteine
  • Enzyme
  • Wachstums- und Streckungshormone (Gibberelline & Auxine)
  • Chlorophyll
  • Vitamine
  • Saponine & Schleimstoffe
  • Flavonoide
  • Terpene & Ätherische Öle
  • Harze

Die Gemmotherapie sieht ihre Funktion besonders in der Stärkung der Regenerations- und Vitalkräfte sowie zur Entgiftung & Immunstärkung. Wissenschaftlich ist die Gemmotherapie noch wenig untersucht und daher noch wenig bekannt & anerkannt. Die Knospen werden von mir intuitiv gesammelt und verwendet, jedoch gibt es bereits Anwendungsimpulse nach Miriam Wiegele:

Ahorn

·        Erweichend bei Verhärtungen

·        unterstützend bei Diabetes, Gallensteinen & Übergewicht

Birke

·        Bei Heuschnupfen & Allergien

·        Schleimhautentzündungen im Nasen- u. Rachenbereich

·        Unterstützt Frühjahrskuren

·        Bei depressiven Müdigkeitszuständen

Brombeere

·        Regeneration der Knochen

·        Für hormonelle Balance

Buche

·        Harmonisierend

·        Stärkend auf das Immunsystem

Eiche

·        Regt Lebenslust und Libido an

·        Bei Rheuma und Arthritis

Erle

·        Entzündungshemmend

·        Gefäßerweiternd

·        Migräne & Demenz

Esche

·        Fiebermittel

·        Bei Schwächezuständen

Feige

·        Bei Spannungen

·        Zwangs- und Angstneurosen & psychosomatische Störungen

Hartriegel

·        Verbessert die Elastizität der Arterien

·        Infarktvorbeugung

·        Unterstützend bei Schilddrüsenproblemen

Hasel

·        Entzündungshemmend und adstringierend

·        Asthma, COPD

Himbeere

·        Hormonell ausgleichend

·        Schmerzlindernd bei Frauenleiden

·        Menstruationsbeschwerden & Wechselbeschwerden

Heckenrose

·        Bei Menstruationsproblemen

·        Entzündungshemmend & Immunmodulieren

·        Racheninfektionen

Johannisbeere

·        Entzündungshemmend (ganzheitstherapeutisch „kortisonähnlich“)

·        Regulierend bei Fehlsteuerungen des Organismus wie Allergien

·        Prostatabeschwerden

Linde

·        Beruhigend, angstlösend, krampflösend, nervenstärkend

·        Bei Einschlafproblemen & Durchschlafproblemen

·        Melancholischen und depressiven Stimmungen

Tanne

·        Bei Wachstumsstörungen

·        Harmonisiert den Kalziumhaushalt

·        Fördert Heilung von Knochenbrüchen, stärkt die Zähne

Ulme

·        Hautmittel bei entzündlichen Prozessen

·        Hautjucken, Akne, Herpes

·        Beruhigt Hustenreiz & Halsschmerzen

·        Nebenhöhlenentzündungen, Luftröhrenentzündungen

Zeder

·        Bei juckenden Hauterkrankungen & bei trockener Haut

·        Neurodermitis, Psoriasis

 

WICHTIG : Äpfel sammelt man in Kübeln, Kräuter in Körbchen und Knospen in einem Fingerhut!!!

Nun aber zum Rezept des Gemmo-Knospen-Mazerats:

  • 10-20 Knospen (je nach Größe (an den Fingerhut denken)
  • 1 Teil destilliertes Wasser (15 ml)
  • 1 Teil pflanzliches Glycerin (15 ml)
  • 1 Teil unvergällten Alkohol ca. 98 %, z.B. Weingeist (15 ml)

Die Knospen werden gesammelt, mit einem Keramikmesser zerkleinert und mit der Mischung aus gleichen Teilen destilliertem Wasser, Glycerin und Alkohol übergossen. Das Mazerat täglich schwenken bzw. leicht schütteln, damit sich die Inhaltsstoffe besser herauslösen und kühl und dunkel etwa
1 Monat ziehen lassen.

Je 1 Teil 96% Weingeist (unvergällter Alkohol), Glycerin, destilliertes Wasser (bei einem 50 ml Glas nehme ich je 15 ml der Zutaten)

 Nach einem Monat abfiltrieren und in dunkle Sprühflaschen füllen. Dieses Mazerat kann als Muttermazerat 1:10 in Wasser verdünnt oder unverdünnt angewendet werden.

Bei Bedarf bis zu 3 x täglich 2-4 Mal in den Mund sprühen und die Schleimhäute benetzen.*

Haltbarkeit: 2 Jahre

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Wisst Ihr, dass man Knospen auch essen kann?
(Auch hier gilt der Grundsatz: Fingerhut!!!)

Tatsächlich lässt sich pflanzliches Embryonalgewebe auch in der Küche nutzen. Am besten eignen sich Blatt- und Blütenknospen, ebenso Schösslinge sowie Sprossen und Keimlinge. Im Falle der Sprossen und Keimlinge besteht der Vorteil, dass sie das ganze Jahr über mit wenig Aufwand zur Verfügung stehen. Sie sind Teil der Wildkräuterküche und finden schon länger regen Anklang in der sogenannten „wilden Küche“.

Für den interessierten Anfänger eignen sich beispielsweise die Knospen von Linde, Eiche und Esskastanie. Diese sind von mildem, leicht aromatischen Geschmack und den meisten Menschen angenehm. Wer es gerne stark aromatisch bis balsamisch mag, wird Birke, Pappel, Tanne und Fichte wählen. Einen außergewöhnlichen Geschmack – fruchtig und typisch – haben auch die geschlossenen und frisch geöffneten Knospen der Schwarzen Johannisbeere. Manchmal etwas fade, aber dennoch eine Bereicherung sind die Blattknospen von Haselnuss, Himbeere, Rotbuche, Hainbuche und Ulme. *

Quelle: Gemmotherapie von Chrischta Ganz und Louis Hutter

Meine Fachlektüre Empfehlung für ein wertvolles Handbuch und Nachschlagewerk:

Gemmotherapie – Knospen in der Naturheilkunde
von Chrischta Ganz/Louis Hutter (at Verlag)

 

*ACHTUNG: Nicht für Alkoholiker/Allergiker geeignet. Die in meinem Beitrag/Blog aufgeführten Informationen ersetzen niemals den Arztbesuch. Ich übernehme keinerlei Haftung für Schäden oder Folgen, die sich aus Gebrauch, Missbrauch oder unsachgemäßer Anwendung der hier veröffentlichen Informationen ergeben!

 

 


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